H1: Wizards zittern sich gegen SG Weiterstadt zum Aufstiegssieg

TV Babenhausen : SG Weiterstadt - 69:68 ( 45:23)
Zwei Spieltage vor Saisonende war die Ausgangslage klar: Mit einem Heimsieg gegen den Tabellenzweiten SG Weiterstadt konnte sich der TV Babenhausen den Aufstieg sichern. Entsprechend hoch war die Spannung in der Halle. Das Hinspiel hatte man ohne Magnus Scharff knapp mit drei Punkten gewonnen – diesmal wollte man vor heimischem Publikum früh klare Verhältnisse schaffen.
Den Wizards gelang ein eindrucksvoller Traumstart in das Spiel. Ersin Bayazit eröffnete die Partie mit einem Dreipunktewurf und legte wenig später direkt seinen zweiten nach. Auch Oliver Rohs setzte früh ein Zeichen unter dem Korb und nutzte seine Physis konsequent aus. Regisseur Amil Klisura lenkte die Offensive mit viel Übersicht, verteilte klug die Bälle und brachte seine Mitspieler immer wieder in gute Abschlusspositionen. Als Bayazit im ersten Viertel bereits seinen dritten Dreier versenkte, stand es nach sieben Minuten 17:8 – am Ende des Viertels führte Babenhausen verdient mit 24:13.
Auch im zweiten Viertel blieben die Wizards dominant. Frederik Fischbach erhöhte das Tempo enorm, attackierte mit schnellen Drives den Korb und stellte die Gäste-Defense immer wieder vor Probleme. Zusätzlich traf er zwei Dreier – Weiterstadt fand darauf zunächst keine Antwort. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich auf 45:23 zur Halbzeitpause.
Nach der Pause veränderte sich das Spiel spürbar und es entwickelte sich ein zähes drittes Viertel. Weiterstadt verteidigte aggressiver, die Würfe der Wizards fielen nicht mehr so hochprozentig. Viele Fouls und zahlreiche Freiwürfe nahmen dem Spiel den Rhythmus. Zwar konnte sich kein Team entscheidend durchsetzen, doch Babenhausen verteidigte den komfortablen Vorsprung und ging mit 56:33 ins Schlussviertel.
Was dann folgte, war kaum zu glauben. Weiterstadt hatte nur noch eine Option: den Dreipunktewurf. Und plötzlich fiel nahezu alles. Babenhausen wirkte in den ersten Minuten des vierten Viertels unkonzentriert, verlor defensiv die Zuordnung – und Weiterstadt drehte auf und startete einen massiven Lauf. Der komfortable Vorsprung schmolz Punkt für Punkt dahin in einem wahnsinnigen Schlussviertel. Magnus Scharff stemmte sich mit aller Kraft dagegen, übernahm Verantwortung, traf wichtige Freiwürfe nach einem unsportlichen Foul und setzte immer wieder starke Drives zum Korb. Doch Weiterstadt blieb eiskalt von außen. Mit insgesamt acht Dreiern im Schlussabschnitt drehten sie die Partie in der Schlussphase sogar und gingen wenige Sekunden vor Ende mit 68:67 in Führung.
In der entscheidenden Phase überschlugen sich die Ereignisse und es bahnten sich dramatische Schlusssekunden an. Nach Auszeit wurde Tim-David Schrädt der Ball aus der Hand gestohlen, Chaos auf dem Feld. Frederik Fischbach reagierte blitzschnell, eroberte den Ball zurück und rettete ihn zu Klisura, der sofort auf Magnus Scharff weiterleitete. Dieser wurde hart abgeräumt – doch Oliver Rohs war hellwach, sicherte den Offensivrebound und legte direkt zur 69:68-Führung nach. Neun Sekunden blieben Weiterstadt noch. Sie erspielten sich tatsächlich einen guten Wurf – doch der Ball sprang hinten vom Ring. Schlusssirene. Ekstase.
Drei Viertel lang dominierten die Wizards das Geschehen und führten bereits mit 22 Punkten. Das letzte Viertel ging jedoch deutlich an Weiterstadt, die mit unglaublicher Trefferquote von außen das Spiel beinahe komplett drehten.
Am Ende zählt jedoch der Sieg – und mit dem 69:68-Heimerfolg sicherten sich die Wizards in einem nervenaufreibenden Topspiel rechnerisch bereits den Aufstieg.
Es spielten: Magnus Scharff (16 Punkte/1 Dreier), Oliver Rohs (16), Ersin Bayazit (13/4), Frederik Fischbach (11/2), Tim-David Schrädt (6), Amil Klisura (2), Rickey Long (2), Max Heuser (2), Alenko Zukanovic (1), Michael Harris, Felix Klietsch, Anton Klug
Durch diesen knappen Sieg gelang den Wizards der direkte Wiederaufstieg in die 2. Regionalliga und sie konnten den Erfolg von vor zwei Jahren wiederholen. Trotz rechnerischen Aufstieg spielen die Wizards kommendes Wochenende auswärts in Kassel, bevor die Saison mit finalen Spiel in der Oberliga vor heimischer Kulisse gegen Krofdorf abgeschlossen wird. (mh)

